Empfehlenswerte Links:

Der Nachbau der Goldenen Lyra von Ur (englisch)
www.lyre-of-ur.co.uk

märchenhafte orientalisch-irakische Ornamente:
www.arabesco.co.uk/home.asp

 

Literatur- und Quellenverzeichnis

Verwendete Literatur zum Bau der Lyra und Quellen* für die Bilder und Gestaltung
dieser web-site


Das Land am Euphrat und Tigris gilt als eine Wiege der menschlichen Zivilisation.
Schon vor rund 10.000 Jahren entstanden im Zweistromland die ersten größeren menschlichen Siedlungen, die zu Stätten des geistigen Fortschritts und - oft durch lange Kriege - zu Zentren von Großreichen heranwuchsen.

Ur
sumerische Stadt in Süd-Mesopotamien, heute der Ruinenhügel Tell Mukajir, Irak; im 3. Jahrtausend v. Chr. mehrfach Hauptstadt Babyloniens; kulturelle Blütezeit unter der 1.Dynastie (um 2400 v. Chr.) und während
der 3. Dynastie von Ur (um 2000 v. Chr.). Nach biblischer Überlieferung
war Ur die Heimat Abrahams.
Ausgrabungen 1853
J.G. Taylor) und 1919 (C. L. Woolley) legten Tempelanlagen, darunter
eine Zikkurat, und den »Königsfriedhof« (Schachtgräber der Könige mit kostbaren Beigaben an Metall- und Edelsteinarbeiten) frei.


Babylon
Bereits in prähistorischer Zeit war das Gebiet besiedelt. In Dokumenten wird die Stadt erstmals gegen Ende des späten 3. Jahrtausends v. Chr. erwähnt.
Um 2200 v. Chr. war Babylon als Tempelstätte bekannt, und während des 21. Jahrhunderts v. Chr. gehörte es zur nahegelegenen Stadt Ur.

Heutiger Ruinenhügel Mukajjar am unteren Euphrat, schon in der Spätjungsteinzeit (Obed-Kultur) besiedelt, darüber eine Flutschicht; seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. ein sumerischer Stadtstaat, um 2500 v. Chr. und während der Herrschaft der 3. Dynastie von Ur (2070-1950 v. Chr.) zeitweilige Metropole Babyloniens; wichtiges Handelszentrum (Ostarabien- und Indienhandel); nach dem Alten Testament Heimat Abrahams und seiner Vorfahren; nach einer Verlagerung des Euphrat im 4. Jahrhundert v. Chr. verlassen. -
Ausgrabungen brachten eine ovale Stadtanlage zu Tage; u. a. ein Heiligtum des Mondgottes mit Zikkurat und Schatzhaus. Südwestlich davon waren die Könige der 1. Dynastie von Ur (um 2500 v. Chr.) mit kostbaren Beigaben und ihren Dienern beigesetzt; die Könige der 3. Dynastie in Wohnhäusern mit Grüften.


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Das heutige irakische Staatsgebiet, fast so groß wie Schweden, entspricht ungefähr dem antiken Mesopotamien. Etwa 3000 vor Christus entwickelte sich dort die Hochkultur der Sumerer, die als erstes Volk der Welt ein Schriftsystem entwickelten. Zu den legendären Herrschern Mesopotamiens gehörten unter anderem König Sargon von Akkad, der um 2350 v. Chr. durch einen Eroberungsfeldzug das erste Großreich der Geschichte schuf.

Um 1700 v. Chr. herrschte König Hammurabi, der das erste Gesetzeswerk entwarf und in dessen Zeit der legendäre Turmbau zu Babel fiel. Der babylonische König Nebukadnezar fiel 587 v. Chr.
in Jerusalem ein und trieb die Juden in die Gefangenschaft. Die Ruinen etwa von Ninive, Samarra, Ur oder Babylon zeugen von der kulturellen Bedeutung der Region.

Nach dem Ersten Weltkrieg endete eine fast dreihundertjährige Zugehörigkeit des Gebietes zum Osmanischen Reich. Die Briten übernahmen es als Mandatsgebiet, wo das "schwarze Gold" Öl 1927 entdeckt wurde. Von 1979 bis 2003 regierte Saddam Hussein über ein Volk von fast 24 Millionen Menschen mit den Nachbarn Iran, Türkei, Syrien, Kuwait und Saudi-Arabien.

Die Hauptstadt Bagdad, im 8. Jahrhundert Zentrum der arabischen Welt und Schauplatz der Erzählungen aus Tausend und einer Nacht, kann zwar eine Reihe von Museen und Moscheen vorweisen. Vieles aber, was im Golfkrieg 1991 zerstört worden war, ließ die Staatsführung in pompösen neuklassizistischen Stil wieder aufbauen. In dem Land, das nach Saudi-Arabien die zweitgrößten Erdölreserven der Welt hat und damit eigentlich immens reich wäre, herrschen nach zwei schweren Kriegen und zwölf Jahren UN- Embargo Arbeitslosigkeit und Not.

Der Irak, der einst landwirtschaftliche Produkte exportiert hatte, ist heute von Importen vor allem von Nahrungsmitteln und Medikamenten abhängig, die aus begrenzten Ölexporten bezahlt werden. Ethnisch und religiös ist das Land praktisch dreigeteilt. Den Ton geben die sunnitischen Moslems im Zentrum an, die auch über die zahlenmäßig stärkeren Schiiten im Süden herrschen. Die Kurden im Norden leben seit einigen Jahren in weitgehender Autonomie. Jede Opposition gegen sein Regime wurde von Saddam in den 23 Jahren seiner Herrschaft blutig unterdrückt.

Der Irak ist reich an kulturhistorischen Stätten.
Zentren früherer Hochkulturen sind:



- BAGDAD:
Das irakische Nationalmuseum beherbergt eine Sammlung mesopotamischer Altertümer wie den 3500 Jahre alten geflügelten assyrischen Bullen sowie Statuen, Grabbeigaben, Keilschrift-Tafeln und Steinfresken. Bronzetiere, Ketten, Ringe und Geschmeide aus 15 Jahrhunderten sind zu bestaunen.
Weitere historische Stätten in der im Jahre 762 n. Chr. westlich vom Tigris erbauten Hauptstadt des Irak sind die Mirjan Moschee, die Ostmauer von Bagdad mit ihren Toren, das Al-Kadisia-Panorama, Gräber bedeutender Scheiche und viele Moscheen.

- BABYLON: In der einstigen Hauptstadt der Könige Hammurabi (1728- 1686 v.Chr.) und Nebukadnezar (605-562 v. Chr.) stehen wohl die historisch bedeutsamsten Zeugnisse im Zweistromland. Erhalten geblieben ist die mit Ziegeln gepflasterte Prozessionsstraße, die vom Marduk-Tempel zum Königspalast führte und die Heiligtümer und die Paläste verband. Westlich dieser Straße liegen die Ruinen des Südpalastes. Weiter nördlich sind die Ruinen des aus Ziegeln und Gips erbauten Hauptpalastes von Nebukadnezar.

- UR: Die einst bedeutende Hafenstadt aus der frühdynastischen Zeit
(1. Dynastie von Ur um 2500) bietet zahlreiche sumerische Ausgrabungs-stücke, Ruinen und einen frühdynastischen Königsfriedhof.
Aus der Zeit der 3. Dynastie ist die dreistufige Zikkurat, ein altorientalischer Stufenturm des Nanna-Heiligtums Ekischnugal, gut erhalten.

- URUK:
In der Heimat des König Gilgamesch sind die Ruinen des sumerischen Palastes (2000 v. Chr.) besonders gut erhalten.

• Ur (heute die Ruinenstätte Tell Mukajir)
150 Kilometer westlich von Basra (Irak), südlich vom Euphrat:
sumerische Stadt in Süd-Mesopotamien. Die Ruinenstätte Ur trägt heute den Namen . Im Altertum floss der Euphrat in der Nähe der Stadtmauern vorbei.
Diese Lage mit Verbindung zum Meer bot der Stadt Ur gute Voraus-setzungen zur Entwicklung des Handels.
Ur war das Zentrum der Verehrung des sumerischen Mondgottes Nanna (babylonischer Gott Sin). Die große Zikkurat für Nanna ist der besterhaltene Tempelturm Mesopotamiens. Im biblischen „Ur in Chaldäa" lebten die Chaldäer, die sich um 900 v. Chr. angesiedelt hatten.
Die Genesis (1, 28, 31) bezeichnet Ur als die Heimat Abrahams.

Ur war eine der ersten dörflichen Siedlungen, die (etwa 4000 v. Chr.) von den so genannten ubaidianischen Einwohnern von Sumer gegründet wurden. Noch vor 2800 v. Chr. entwickelte sich Ur zu einem blühenden sumerischen Stadtstaat. Der Gründer der ersten Dynastie von Ur war der Eroberer und Tempelbauer Mesanepada (Regierungszeit um 2670 v. Chr.). Sein Sohn Anepada (Regierungszeit um 2650 v. Chr.) baute den Tempel der Göttin Ninhursanga, der in Tell al-Ubaid, etwa acht Kilometer nordöstlich von Ur, ausgegrabe
n wurde.

Das Zweistromland heute

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

• Uruk:
sumerischer Stadtstaat, in der Bibel Erech benannt, heute die Ruinenstätte Warka im Irak, um 3000 v.Chr. Zentrum der sumerischen Kultur, 56 Kilometer nordwestlich von Ur. Lag im Altertum am Euphrat, heute ~20 km von seinem Nordufer entfernt bei el-Chidr in der Wüste.
Uruk war bereits seit etwa 4000 v. Chr. besiedelt. Zwischen 3500 und 3100 v. Chr. (der so genannten Uruk¬Zeit) bestand dort eine Kultur, die eine charakteristische Keramik herstellte. Die so genannten Glockentöpfe aus Uruk waren nicht nur in ganz Sumer (Südirak) verbreitet, sondern wurden auch im Iran und in Syrien gefunden. In der zweiten Hälfte dieser Epoche begann man monumentale Tempelanlagen mit Ziegelsäulen und geometrischen Tonstiftmosaiken zu errichten und entwickelte ein System von Bildzeichen (Piktogramme), das als älteste nachgewiesene Schrift gilt. Daraus entstand die sumerische Keilschrift.

In sumerischer Zeit, seit Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr., war Uruk ein wichtiger Stadtstaat Sumers und als Kultzentrum der obersten Gottheit Anu auch ein religiöser Mittelpunkt des Reiches. Bedeutende Bauwerke der etwa kreisförmigen Stadt mit neun Kilometer langer Stadtmauer waren u. a. der Anu¬Schrein, der weiße Anu¬Tempel, die große Anlage des Eanna-Tempelbezirks, die Archive und eine Zikkurat.
Um 2100 v. Chr. verlor Uruk durch den Aufstieg der 3. Dynastie von Ur an Bedeutung und erlebte erst wieder in der Zeit der Seleukiden (312 bis 141 v. Chr.) mit neuen Tempelbauten einen bescheidenen Aufschwung. Auch noch aus der nachfolgenden Parther-Zeit (141 v. Chr. bis um 225 n. Chr.) ist der Bau eines Heiligtums nachgewiesen. Erst im 5. Jahrhundert n. Chr. wurde Uruk aufgegeben.
Seit 1913/14, 1928-39 wurden dort von deutschen Archäologen sehr ertragreiche Ausgrabungen durchgeführt.
 

• Zedernwald: Nach der altbabylonischen Fassung des Gilgamesch-Epos lag der Zedernwald im Libanon. Die Wegstrecke von Uruk wäre 3 mal 50 Doppelstunden = rund 1'600 km, was der Wirklichkeit bei Annahme des üblichen Weges über Syrien etwa entspricht. Für Sin-leqe-unnini stellte
der Libanon nur ein Zwischenziel auf dem langen Marsch der Freunde (Gilgamesch und Enkidu) dar.


• Zikkurat [Ziggurat]: monumentale Tempelform im alten Mesopotamien. Zikkurats wurden seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. aus ungebrannten, luftgetrockneten Lehmziegeln errichtet und anschließend mit gebrannten, oft farbig glasierten Ziegeln verkleidet. Sie bestanden aus mehreren abgestuften quadratischen oder rechteckigen Plattformen, die zu einem kleinen Tempel oder Heiligtum führten.





Die berühmteste Zikkurat war der Tempelturm von Etemenanki (allgemein bekannt als Turm zu Babel) am Tempel des Gottes Marduk in Babylon, der von König Nabopolassar (625-605 v. Chr.) und seinem Sohn Nebukadnezar II. wieder aufgebaut wurde. Die größten Ruinen sind die der Elamite-Zikkurat in Choga Zambil Dur Untash (Iran), (3. Jahrhundert v. Chr.), die eine Grundfläche von 102 m im Geviert besitzen.
Die am besten erhaltenen Ruinen findet man bei der Zikkurat von Nanna in Ur, die von Ur-Nammu (2113-2095 v. Chr.), dem ersten König der 3. Dynastie von Ur, und seinem Sohn Shulgi (2095-2047 v. Chr.) erbaut und von Nabonidus (556-539 v. Chr.), dem letzten babylonischen König, vor der persischen Eroberung von Mesopotamien, vollständig umgestaltet wurde.



Zwischen Euphrat und Tigris
G. Rawlinson 1835